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8 Min. Lesezeit

Was Sie über Personalgewinnung im Gesundheitswesen wissen müssen

Personalgewinnung im Gesundheitswesen: Berufsanerkennung, erweitertes Führungszeugnis, Sourcing, Onboarding und Bindung in einem praktischen Leitfaden.

Personalgewinnung im Gesundheitswesen: Leitfaden

Personalgewinnung im Gesundheitswesen verlangt sowohl Tempo als auch Sorgfalt. Sie müssen passende Kandidatinnen und Kandidaten schnell finden, gleichzeitig aber gesetzliche Vorgaben einhalten und für Teampassung und gute Einarbeitung sorgen. Das bedeutet: Jeder Schritt im Prozess zählt, von der ersten Stellenanzeige bis zum Onboarding auf der Station. In diesem Beitrag lesen Sie Schritt für Schritt, wie Sie das klug und praktisch organisieren.

  • Sorgfältige Personalgewinnung verhindert Fehlbesetzungen und Ausfälle innerhalb der ersten 90 Tage
  • Berufsanerkennung, Zeugnisse, erweitertes Führungszeugnis und Sprachniveau müssen gesetzlich vorab geprüft werden
  • Gute Stellenanzeigen und klare Informationen verbessern die Reaktionsquote und das Vertrauen
  • Talentpools und ein persönlicher LinkedIn-Ansatz beschleunigen Ihren Sourcing-Prozess
  • Onboarding und Begleitung sind entscheidend für Sicherheit, Motivation und Bindung

Warum Personalgewinnung im Gesundheitswesen mehr braucht als nur Tempo

Im Gesundheitswesen müssen Sie manchmal blitzschnell handeln, etwa wenn eine Mitarbeiterin unerwartet ausfällt. Trotzdem darf dieses Tempo nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Gute Personalgewinnung im Gesundheitswesen ist eine Balance aus Geschwindigkeit, Sorgfalt und Kontinuität. Durch klare Absprachen, gründliches Screening und die Einbindung der Teams in die Auswahl erhöhen Sie die Chance auf nachhaltige Besetzungen. Das verhindert Probleme auf der Station und fördert sichere Pflege.

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Pflegefachkräfte, Jugendhilfe und Psychiatrie: jedes Profil braucht einen eigenen Ansatz

Das Gesundheitswesen ist breit gefächert, und jeder Bereich verlangt einen eigenen Ansatz. In Krankenhäusern zählen meist formale Qualifikationen, und Sie arbeiten mit festen Dienstplänen. In der Jugendhilfe sind Persönlichkeit, Erfahrung und kommunikative Fähigkeiten wichtiger. Und in der Psychiatrie oder Behindertenhilfe sehen Sie viele Honorarkräfte und wechselnde Dienstzeiten. Passen Sie Ihre Texte, Screening-Fragen und Auswahlgespräche also an den Funktionstyp und das jeweilige Arbeitsumfeld an. Das spart Zeit und führt zu besseren Matches.

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Personalgewinnung im Gesundheitswesen bedeutet auch die gesetzliche Sorgfaltspflicht zu erfüllen

Bei der Personalgewinnung im Gesundheitswesen müssen Sie als Arbeitgeber gesetzliche Pflichten erfüllen. Die Sorgfaltspflicht bedeutet, dass Sie eindeutig belegen, ob jemand für die Funktion befugt und fachlich geeignet ist. Für viele Gesundheitsberufe sind zudem eine gültige Berufserlaubnis oder Approbation, ein erweitertes Führungszeugnis und eine Identitätsprüfung verpflichtend. Zudem dürfen Sie nach der DSGVO nur notwendige Daten erheben, sofern Sie den Zweck klar angeben. Sorgen Sie dafür, dass diese Anforderungen von Anfang an Teil Ihres Prozesses sind.

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So funktioniert es
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Was Sie prüfen müssen, bevor eine Pflegekraft startet

Berufserlaubnis und Sorgfaltspflicht

Prüfen Sie, ob die Kandidatin oder der Kandidat korrekt registriert und zur Berufsausübung berechtigt ist, etwa über die Approbation bei Ärzten oder die Anerkennung der Berufsqualifikation bei Pflegekräften. Achten Sie dabei auch auf mögliche Einschränkungen oder veraltete Spezialisierungen. Dies ist eine gesetzliche Pflicht und verhindert Zwischenfälle nach der Einstellung.

Erweitertes Führungszeugnis und Referenzprüfung

Fordern Sie das erweiterte Führungszeugnis rechtzeitig an, denn die Ausstellung kann mehrere Wochen dauern. Fragen Sie außerdem nach mindestens einer Referenz, die inhaltlich etwas über die Leistung in vergleichbaren Einrichtungen aussagen kann.

Zeugnis- und Identitätsprüfung

Prüfen Sie Zeugnisse und den originalen Ausweis der Kandidatin oder des Kandidaten. Bei ausländischen Abschlüssen können Sie über die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) eine Zeugnisbewertung anfragen. Erfassen Sie Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung und gemäß den Vorgaben der DSGVO.

Sprachkenntnisse bei internationalen Kandidatinnen und Kandidaten

Kommt die Person aus dem Ausland? Bei direktem Kontakt mit Patientinnen oder Kolleginnen ist meist mindestens Sprachniveau B2 Deutsch vorgeschrieben, in vielen Bundesländern sogar höher. Nutzen Sie einen Sprachtest oder setzen Sie eine Sprachcoachin ein. Das verhindert Missverständnisse und erhöht die Qualität der Versorgung.

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Die Candidate Experience bei der Personalgewinnung im Gesundheitswesen verbessern

Klare Erwartungen, Dienstpläne und Begleitung

Informationen zu Dienstplänen, Standorten, Teamgröße und Begleitung machen den Unterschied. Nennen Sie das bereits in der Stellenanzeige und erläutern Sie es im Gespräch. Das schafft Klarheit und gibt Kandidatinnen und Kandidaten Vertrauen in den Verlauf ihrer Einarbeitung.

Stellenanzeigen, die den Unterschied machen

Gute Stellenanzeigen beschreiben konkret, wo jemand arbeitet, mit wem und was von ihr oder ihm erwartet wird. Denken Sie an die Art der Versorgung, den Umgang mit Arbeitsdruck, Fortbildungsmöglichkeiten und zum Beispiel den Dienstplan. Das zieht bessere Kandidatinnen und Kandidaten an und verhindert Absprünge während des Verfahrens.

Ehrliche Kommunikation verhindert Ausfälle

Seien Sie ehrlich über Arbeitsbedingungen, Belastung und Erwartungen. Klare Informationen führen zu bewussten Entscheidungen und verhindern Enttäuschungen kurz nach dem Start. Das senkt das Fluktuationsrisiko und wirkt sich positiv auf die Teamzusammenarbeit aus.

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Talentpools und warme Nachverfolgung nutzen

Laufende Kommunikation, Reaktivierung und Resonanz

Recruiterinnen und Recruiter im Gesundheitswesen arbeiten häufig mit wiederkehrenden Vakanzen. Halten Sie deshalb Kontakt zu bereits geprüften Kandidatinnen und Kandidaten, damit Sie schneller reagieren können. Verschicken Sie Updates zu neuen Chancen per E-Mail oder Telefon, oder über persönliche LinkedIn-Nachrichten. Das beschleunigt den Zulauf und erhöht die Antwortquote.

Wir bieten Tools wie Elvatix, mit denen Recruiterinnen und Recruiter direkt über LinkedIn persönliche Nachrichten an ausgewählte Fachkräfte im Gesundheitswesen senden. So bleiben Sie im Gespräch mit Kandidatinnen und Kandidaten, ohne zusätzlichen Aufwand oder Tools.

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Wie wählen Sie sorgfältig und trotzdem schnell im Gesundheitswesen aus?

Objektive Kriterien und weniger Bias

Setzen Sie auf Tempo? Dann ist Vorbereitung entscheidend. Legen Sie vorab fest, was für die Funktion wirklich erforderlich ist und was wünschenswert ist. Das macht die Bewertung objektiver. So werden Vorurteile vermieden, und für alle ist klar, wonach ausgewählt wird.

Hospitationstage und Praxisaufgaben

Lassen Sie die Kandidatin oder den Kandidaten einen Tag hospitieren oder eine kurze Praxisaufgabe übernehmen. Das gibt sowohl dem Team als auch der Person selbst ein realistischeres Bild vom Arbeitsalltag. Das verhindert Fehlbesetzungen und beschleunigt die Entscheidung.

Zusammenarbeit mit HR und Teamleitungen

HR sorgt dafür, dass Absprachen im Rahmen der Gesetze und Tarifverträge bleiben, etwa bei Arbeitszeiten. Teamleitungen können von Anfang an sagen, was die Tätigkeit verlangt. Zusammenarbeit zwischen HR und der Praxis führt zu besseren Entscheidungen und weniger Reibung zwischen Abteilungen.

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Onboarding im Gesundheitswesen: mehr als nur Zugangscode und Ausweis

Einarbeitung, E-Learning und Begleitung auf der Station

Sorgen Sie für Struktur in den ersten Wochen. Denken Sie an E-Learnings für Protokolle, klare Ansprechpersonen auf der Station und schnellen Zugang zu Dienstplänen und Systemen. Das hilft neuen Mitarbeitenden, sich willkommen, sicher und wirksam zu fühlen.

Impfungen, Eignung und Rezertifizierung

Bei Funktionen im Gesundheitswesen können Impfungen, etwa gegen Hepatitis B, verpflichtend sein. Regeln Sie das vor dem ersten Arbeitstag. Steht eine Rezertifizierung an? Prüfen Sie, ob allen klar ist, wer wofür verantwortlich ist, und halten Sie das schriftlich fest.

Arbeitssicherheit und arbeitsmedizinische Absprachen

Ab dem ersten Tag müssen PSA, Zugangsausweise und Sicherheitsinformationen verfügbar sein. Stimmen Sie sich rechtzeitig mit dem Betriebsarzt ab und sorgen Sie dafür, dass alles praktisch geregelt ist vor der Einführung oder dem ersten Dienst.

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Arbeitnehmerüberlassung, Festanstellung oder Honorarbasis im Gesundheitswesen: was sollten Sie wissen?

Rechtliche Unterschiede und Compliance

Festanstellung bringt Pflichten rund um Rente und Fortbildung mit sich. Bei Honorarkräften vermeiden Sie Scheinselbstständigkeit am besten über ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung. Arbeitnehmerüberlassung legt die formale Verantwortung beim Personaldienstleister. Sorgen Sie dafür, dass für jede Art der Besetzung klar ist, wer wofür verantwortlich ist, einschließlich Kosten und Risiken.

Unterschiedliche Arbeitsverhältnisse, andere Verantwortlichkeiten

Die einstellende Partei ist immer für ein gutes Onboarding verantwortlich, bei Arbeitnehmerüberlassung gelten jedoch abweichende Regeln. Sprechen Sie das vorab mit Auftraggebern oder kooperierenden Dienstleistern ab, damit der Prozess reibungslos verläuft.

Passen Sie Ihren Sourcing-Ansatz je Variante an

Nutzen Sie bei der Suche nach Honorarkräften eine andere Ansprache als bei Festangestellten? Dann machen Sie es richtig. Botschaft und Kanalwahl müssen zur Kandidatin oder zum Kandidaten und zur Art der Zusammenarbeit passen, die Sie anbieten. Sehen Sie, wie Ihr Sourcing-Ansatz je Variante passt.

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Kanäle für Sourcing: so erreichen Sie die richtigen Fachkräfte im Gesundheitswesen

LinkedIn, Alumni, interne Mobilität und Fachverbände

Nutzen Sie bekannte Netzwerke: ehemalige Studierende von Pflege- und Gesundheitsausbildungen, Mitarbeitende mit freien Kapazitäten oder Mitglieder von Fachverbänden. Diese gezielten Quellen liefern oft bessere Reaktionen als generische Jobbörsen oder externe Portale.

Praktisches Sourcing über personalisierten Outreach

Besser als massenhaftes Posten ist die persönliche Ansprache. Fachkräfte im Gesundheitswesen reagieren vor allem auf Nachrichten, die wirklich zu ihrer Erfahrung passen. Arbeiten Sie mit LinkedIn Recruiter? Lesen Sie, wie Sourcing über personalisierten Outreach sich dort direkt integrieren lässt, ohne zusätzlichen Aufwand.

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Warum Kandidatenkommunikation konsistent und menschlich sein muss

Verständliche Sprache, Dokumentation und Transparenz

Verwenden Sie einfache, klare Sprache in Gesprächen und Schriftverkehr. Lassen Sie keinen Zweifel darüber, was jemand erwarten kann. Nennen Sie Anforderungen, Dienstplan, Fortbildungsangebot und Erwartungen. Gute Dokumentation und klare Kommunikation schaffen Vertrauen bei Kandidatinnen, Kandidaten und Team.

Weiterbildungsmöglichkeiten und Karriereperspektive

Kandidatinnen und Kandidaten schätzen es, wenn Weiterentwicklung möglich ist. Nennen Sie diese Perspektive, aber seien Sie auch ehrlich darüber, was dafür nötig ist. Das unterstützt Erwartungsmanagement, Motivation und Bindung an Ihre Organisation oder Ihren Auftraggeber.

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Bindung beginnt bereits im Recruitingprozess

Erste 90 Tage, Check-ins und Kontakt zur Station

Die meisten Ausfälle passieren innerhalb der ersten drei Monate. Legen Sie deshalb feste Termine fest, um mit neuen Mitarbeitenden zu sprechen. Prüfen Sie, ob alles klar ist, erkennen Sie Engpässe frühzeitig und beziehen Sie HR oder die Teamleitung bei Bedarf ein. Bindung beginnt bereits im Recruitingprozess, wie dieser Praxisfall zeigt.

Einbindung von Führungskräften und HR

Neue Mitarbeitende fühlen sich sicherer, wenn ihre Führungskraft verfügbar ist. Sorgen Sie dafür, dass sie wissen, wer startet, mit welchem Profil und wie die Einsatzplanung aussieht. HR kann im Hintergrund bei Nachsteuerung, zusätzlicher Fortbildung oder Erwartungsgesprächen unterstützen.

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Checkliste: praktische Punkte bei der Personalgewinnung im Gesundheitswesen

  • Berufserlaubnis oder Approbation verifiziert
  • Erweitertes Führungszeugnis angefordert und geprüft
  • Zeugnisse und Ausweis kontrolliert
  • Sprachniveau Deutsch festgestellt (falls erforderlich)
  • Onboarding vorbereitet (Arbeitsplatz, Begleitung, Zugänge)
  • Stellenanzeige abgestimmt auf Tätigkeit, Standort und Team
  • Hospitationstag eingeplant oder erlebt
  • LinkedIn-Ansatz passt zu Profil und Botschaft

Möchten Sie Ihren Ansatz auf unterschiedliche Bereiche im Gesundheitswesen abstimmen oder haben Sie Fragen zur besten Organisation? Sprechen Sie mit uns über Kontakt. Wir denken gerne mit, ausgehend von Ihrer konkreten Praxis.

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