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16 Min. Lesezeit

Video im Recruiting: Wann Sie Text oder eine Videobotschaft wählen

Erfahren Sie, wann Video im Recruiting wirklich wirkt, wann Text stärker ist und wie Sie fair testen, welcher Ansatz zu Ihren Kandidaten passt.

Recruiter nimmt ein persönliches Video im Recruiting für einen Kandidaten auf
Das Wichtigste

Nutzen Sie Text als Standard für eine niedrige Einstiegshürde bei der Kaltakquise und setzen Sie persönliche Videobotschaften gezielt für Vertiefung nach gezeigtem Interesse ein. Relevanz und Timing sind dabei wichtiger als das Medium selbst.

Niedrige HürdeText wirkt bei einer ersten Ansprache oft stärker für eine schnelle Beurteilung
Persönliche VertiefungSetzen Sie Video nach gezeigtem Interesse oder gezielt für seltene Talente ein
Zwei HauptformenUnterscheiden Sie zwischen allgemeinen Stellenvideos und persönlichen Eins-zu-eins-Botschaften an Kandidaten
3 MesspunkteAnalysieren Sie immer die Reaktion, die Gesprächsqualität und die investierte Zeit

Der Einsatz von Video im Recruiting funktioniert meist am besten, nachdem ein Kandidat bereits Interesse gezeigt hat oder wenn zusätzliche Erklärung nötig ist. Bei einer ersten, kalten Ansprache ist Text oft stärker. Jemand kann dies nämlich schneller lesen, besser auf Relevanz prüfen und leichter darauf reagieren. Deshalb bestimmen Sie idealerweise pro Phase, pro Kanal und pro Ziel, ob Text, Video oder gerade eine Kombination aus beidem die klügste Herangehensweise ist.

  • Nutzen Sie Text als feste Standardlösung bei einem ersten, kalten Schritt, da die Hemmschwelle dafür niedriger ist.
  • Setzen Sie eine persönliche Videobotschaft vor allem als Vertiefung nach gezeigtem Interesse ein, oder gezielt bei knappen Kandidaten.
  • Machen Sie einen klaren Unterschied zwischen einem allgemeinen Stellenvideo und einer Eins-zu-eins-Botschaft für einen bestimmten Kandidaten.
  • Messen Sie immer die Reaktion, die Gesprächsqualität und den investierten Zeitaufwand, damit Sie eine wohlüberlegte Entscheidung treffen können.

Der Kern dieses Artikels ist einfach: Das Medium bildet nicht den Ausgangspunkt. Relevanz, Timing und Klarheit wiegen immer schwerer. Deshalb hilft Ihnen eine nüchterne, praktische Abwägung deutlich mehr als lose Meinungen über Video-Recruiting. Nachfolgend lesen Sie genau, wann Video wirklich Mehrwert schafft, wann Text klüger ist und wie Sie dies innerhalb Ihres eigenen Workflows ehrlich testen.

Der Unterschied zwischen allgemeinem Video im Recruiting und einer persönlichen Videobotschaft

Was ein Stellen- oder Recruiting-Video leistet

Ein Stellenvideo oder ein breiteres Recruiting-Video dient einem skalierbaren Zweck. Sie zeigen, wie eine Organisation arbeitet, was jemand in der Rolle erwarten kann und welche Atmosphäre dazugehört. Das hilft Kandidaten enorm bei ihrer Orientierung. Diese Art von Video steht oft auf einer Karriereseite, wird in einer Kampagne eingesetzt oder auf Social Media geteilt. Bei der Personalgewinnung mit Video ist das vor allem nützlich, wenn viele Kandidaten dieselben ersten Fragen haben. Die Botschaft ist allgemein genug für eine breite Zielgruppe und muss daher nicht pro Person angepasst werden.

Was eine Videobotschaft für einen Kandidaten anders macht

Eine persönliche Videobotschaft für einen Kandidaten ist dagegen deutlich spezifischer. Diese Botschaft ist für eine Person bestimmt und hat einen direkten Anlass. Sie erklären kurz, warum Sie Kontakt aufnehmen, warum die Rolle passend sein könnte und was ein logischer nächster Schritt ist. Dadurch wirkt ein persönliches Recruiting-Video oft deutlich menschlicher, sofern der Inhalt wirklich zum Empfänger passt. Die Aufnahme muss dabei auch nicht perfekt sein. Ein kurzes, natürliches Video für eine Kandidatenansprache wirkt meist glaubwürdiger als eine straff inszenierte Aufnahme, die zu sehr nach Werbung klingt.

Warum dieser Unterschied entscheidend für Ihr Ziel ist

Viel Verwirrung rund um Video im Recruiting entsteht, weil diese beiden unterschiedlichen Formen in einen Topf geworfen werden. Ein allgemeines Video hilft Ihnen, vielen Menschen gleichzeitig etwas zu erklären. Eine persönliche Botschaft soll dagegen eine Reaktion eines bestimmten Kandidaten auslösen. Dabei werden Timing, Relevanz und die investierte Mühe deutlich wichtiger. Jemand bewertet nämlich nicht nur Ihren Inhalt, sondern wägt auch ab, ob das Öffnen, Ansehen und Beantworten Ihrer Botschaft die Zeit überhaupt wert ist.

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Wann Video im Recruiting Mehrwert schafft und wann Text stärker ist

Warum Text bei einer ersten, kalten Ansprache oft besser funktioniert

Bei einem ersten Kontaktmoment bietet Text nahezu immer einen praktischen Vorteil. Jemand kann eine geschriebene Nachricht sehr schnell überfliegen, zwischendurch oder unterwegs. Das senkt die Hemmschwelle, sie zu lesen und zügig darauf zu reagieren. Kalte Video-Outreach auf LinkedIn erfordert mehr Aufmerksamkeit; der Kandidat muss erst entscheiden, ob das Video überhaupt einen Klick wert ist. Deshalb bildet Text oft die allerstärkste Basis. Eine persönliche InMail auf LinkedIn passt perfekt zu dieser Herangehensweise, weil Sie schnell relevant sein können, ohne unnötig Reibung zu erzeugen.

Wann ein persönliches Recruiting-Video wirklich sinnvoll ist

Der Einsatz von Video im Recruiting gewinnt deutlich an Wert, sobald bereits etwas Interesse gezeigt wurde. Das kann zum Beispiel nach einer Reaktion auf Ihre erste Nachricht sein, nach einem kurzen Kennenlernen oder genau in dem Moment, in dem jemand mehr Kontext über das Team, die Rolle oder den Bewerbungsprozess braucht. In diesem Moment hilft Bild oft dabei, zusätzliche Nuance und Vertrauen zu schaffen. Sie können dann in Ruhe erklären, warum die Stelle offen ist, was die konkrete Herausforderung ist und warum Sie gerade diesen Kandidaten ansprechen. Das Video fungiert an diesem Punkt als willkommene Vertiefung und fühlt sich für den Kandidaten nicht wie ungefragte Zusatzarbeit an.

Wie knappe und Senior-Kandidaten Ihre Wahl beeinflussen

Bei knappen oder eher Senior-Kandidaten liegt der Wert eines einzigen guten Kontaktmoments oft deutlich höher. Deshalb lässt sich die zusätzliche Zeit, die eine persönliche Videobotschaft kostet, viel besser rechtfertigen. Dennoch ist ein Video auch in diesen Fällen keine automatische Verbesserung oder Erfolgsgarantie. Viele Senior-Kandidaten wollen vor allem sehr schnell verstehen, warum Ihr Angebot relevant ist. Erreicht eine kurze, gut geschriebene Textnachricht dieses Ziel bereits, brauchen Sie überhaupt keine Aufnahme zu machen. Entscheiden Sie sich also ausschließlich für Video, wenn dies tatsächlich wertvollen zusätzlichen Kontext bietet und die Chance auf ein gutes Gespräch nachweislich vergrößert.

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Wie Sie Video im Recruiting pro Kanal unterschiedlich einsetzen

Video-Outreach auf LinkedIn: Klein anfangen funktioniert oft besser

LinkedIn fungiert für viele Kandidaten in der Praxis als schneller Posteingang. Dadurch kommt ein großer, zeitraubender erster Schritt dort oft deutlich weniger gut an. Das Öffnen eines Videos kostet Aufmerksamkeit, verlangt Ruhe und erfordert manchmal, dass der Ton eingeschaltet sein muss. Das erhöht sofort die Hemmschwelle. Deshalb ist es meist klüger, klein und einfach mit einer kurzen Kontaktanfrage auf LinkedIn zu beginnen. Anschließend können Sie immer noch prüfen, ob Text vorerst ausreicht oder ob ein Video in einer späteren Phase zusätzlichen Wert schafft. So bleibt die erste Ansprache angenehm niedrigschwellig und logisch.

E-Mail bietet mehr Raum nach Interesse oder einer Reaktion

E-Mail ist dagegen oft ein deutlich geeigneterer Kanal für ein persönliches Video. Der Kandidat kennt den Kontext dann nämlich bereits und erwartet auch eher etwas zusätzliche Erklärung. Sie können in der begleitenden E-Mail ganz kurz erläutern, warum Sie ein Video mitschicken und was der Zuschauer darin genau zu hören bekommt. Das macht den Schritt zum Klicken deutlich kleiner. Erklären Sie im Video zum Beispiel kurz das Team, benennen Sie überzeugend, warum die Rolle so interessant sein kann, und schließen Sie mit einer einfachen, offenen Frage ab. So wirkt die Aufnahme aufrichtig hilfreich, und die Wahrscheinlichkeit bleibt hoch, dass jemand tatsächlich antwortet.

Stellenseiten und Social Media verlangen einen anderen Videotyp

Auf Stellenseiten und Social Media nutzen Sie Video im Recruiting für eine deutlich breitere Geschichte. Dort dreht sich alles um Orientierung, das Vermitteln von Atmosphäre und allgemeine Erklärungen. Ein gutes Stellenvideo zeigt, wie die Arbeit in der Praxis aussieht, wer die direkten Kollegen sind und was jemand genau erwarten kann. Gute Beispiele für Recruiting-Videos in dieser Phase sind kurz, visuell klar und darauf ausgerichtet, häufige Fragen zu beantworten. Diese Form hilft enorm dabei, Ihre Reichweite zu vergrößern und Verständnis zu wecken, ersetzt aber niemals eine persönliche Nachricht, wenn Sie einen bestimmten Kandidaten gezielt in Bewegung bringen möchten.

Warum ein Stellenvideo keine persönliche Nachricht ersetzt

Ein Kandidat, der ein allgemeines Video gesehen hat, weiß immer noch nicht, warum gerade Sie mit ihm oder ihr Kontakt aufnehmen. Das allgemeine Video erzählt schließlich nur etwas über den Arbeitgeber oder den Inhalt der Arbeit. Die persönliche Nachricht macht erst wirklich deutlich, warum gerade für diesen individuellen Kandidaten eine einzigartige, relevante Chance besteht. Genau deshalb funktioniert eine Kombination beider Elemente oft so viel besser als eine einzelne Form für sich. Sie beginnen mit einer klar geschriebenen Nachricht und fügen erst in einer späteren Phase eine Aufnahme hinzu, wenn diese zusätzliche Erklärung wirklich hilfreich ist.

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So funktioniert es
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So halten Sie Video im Recruiting kurz, relevant und glaubwürdig

Was in ein gutes Video für die Kandidatenansprache gehört

Ein starkes Video für eine Kandidatenansprache hat einen sehr einfachen, klaren Aufbau. Beginnen Sie immer direkt mit dem Grund Ihres Kontakts. Erklären Sie danach, warum Sie gerade diese Person ansprechen. Benennen Sie anschließend den absoluten Kern der gebotenen Chance und schließen Sie mit einer kleinen, niedrigschwelligen Anschlussfrage ab. So bleibt Ihre Botschaft glasklar, und das Video wirkt nicht schwer oder aufdringlich. Ein schönes Beispiel in einfacher Sprache lautet: „Hallo, ich melde mich bei Ihnen, weil ich denke, dass Ihre Erfahrung mit Teamwachstum perfekt zu einer Rolle passt, die wir gerade offen haben. In dieser kurzen Aufnahme erkläre ich das gerne näher. Klingt das relevant, höre ich natürlich gerne, ob Sie offen für ein kurzes digitales Gespräch sind."

Wie Sie das Erstellen eines Recruiting-Videos praktisch halten

Ein Recruiting-Video zu erstellen muss absolut nicht kompliziert oder zeitaufwendig sein. Klarer Ton, ein relativ ruhiger Hintergrund und eine scharfe Botschaft sind um ein Vielfaches wichtiger als aufwendiger Schnitt oder teure visuelle Effekte. Halten Sie die Aufnahme angenehm kurz und lassen Sie lange Einleitungen direkt weg. Das Aufschreiben eines Grundskripts kann natürlich helfen, lesen Sie es beim Filmen aber nicht wörtlich vor; das klingt nämlich schnell recht distanziert. Beim Einsatz von Video im Recruiting funktioniert ein natürlicher, entspannter Stil in der Praxis schlicht am besten. Der Kandidat merkt nämlich untrüglich, ob die Botschaft wirklich für ihn oder sie gemeint ist, oder ob Sie heimlich einfach ein allgemeines Format abarbeiten.

Welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten

Die häufigsten Fehler lassen sich glücklicherweise sehr einfach vermeiden. Schlechter, krachender Ton macht ein Video sofort unangenehm anzusehen. Eine lange Einleitung ohne direkt einen klaren Anlass zu nennen, sorgt dafür, dass Menschen frühzeitig abspringen. Auch stark forcierte Personalisierung wirkt schnell kontraproduktiv; einfach jemandes Namen zu nennen, ohne echte, weitere Relevanz hinzuzufügen, geht völlig daneben. Ein klassisches Beispiel dafür, wie es nicht gehen soll, ist eine minutenlange Aufnahme, in der Sie hauptsächlich über das Unternehmen sprechen und erst ganz am bitteren Ende erklären, warum Sie den Kandidaten überhaupt ansprechen. Achten Sie außerdem sehr genau auf die Privatsphäre: Teilen Sie niemals einfach so sensible Informationen über aktuelle Arbeitgeber, Kunden oder interne Unternehmensangelegenheiten vor der Kamera.

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Wie Sie Video im Recruiting ehrlich testen und das Ergebnis messen

Arbeiten Sie mit vergleichbaren Gruppen von Kandidaten, Rollen und Zeiträumen

Wenn Sie wirklich herausfinden wollen, ob Video im Recruiting für Ihr Team gut funktioniert, müssen Sie für einen fairen, gleichwertigen Vergleich sorgen. Testen Sie deshalb absolut nicht zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen gegeneinander. Wählen Sie für den Test eine bestimmte Rolle, eine klare Kandidatengruppe und halten Sie exakt denselben Zeitraum ein. Nutzen Sie anschließend zwei Ansätze mit genau derselben Kernbotschaft: eine persönliche Textnachricht und eine persönliche Videobotschaft für den Kandidaten. Nur so können Sie vernünftig und objektiv beurteilen, ob ein gemessener Unterschied wirklich vom gewählten Medium kommt, und nicht schlicht von der Schwierigkeit der Funktion, dem Timing oder der generellen Qualität Ihrer Kontaktliste.

Welche Zahlen Sie beim Messen Ihrer Videoresonanz verfolgen

Beim Messen der Resonanz auf Video schauen Sie deutlich weiter als nur auf die allererste Antwort. Behalten Sie genau im Blick, ob auf das Video geklickt wurde oder es tatsächlich angesehen wurde, ob jemand reagiert, ob diese Reaktion überwiegend positiv ist, ob am Ende ein echtes Gespräch daraus entsteht, und wie viel Zeit der gesamte Ansatz Sie intern kostet. Beziehen Sie hierbei außerdem die wörtlichen Reaktionen der Kandidaten mit ein; was fanden sie zum Beispiel an der Klarheit, dem Ton und der Relevanz? So bewerten Sie Video-Recruiting auf eine datengetriebene Weise, die direkt für Ihren weiteren Workflow nutzbar ist. Ein loses Bauchgefühl, dass ein Video „etwas persönlicher wirkt", ist dafür schlicht viel zu begrenzt.

Warum Zeit genauso wichtig ist wie die Resonanz

Eine deutlich höhere Resonanz ist nicht per Definition besser, wenn die investierte Zeit für die Erstellung der Botschaften auch um ein Vielfaches größer ist. Deshalb muss der Faktor Zeit immer ein fester, integraler Bestandteil Ihrer Endbewertung sein. Innerhalb unserer eigenen Arbeitsweise sehen wir in der Praxis zum Beispiel, dass das Kontrollieren und Versenden einer maßgeschneiderten Textnachricht ungefähr dreißig Sekunden in Anspruch nimmt. Das ist selbstverständlich kein harter, allgemeiner Maßstab, aber es zeigt sehr schön, warum Skalierbarkeit und Umsetzbarkeit stark in die Entscheidung einfließen. In einem Praxisbeispiel persönlicher Kommunikation entdecken Sie genau, wie die verwendete Arbeitsweise, die gelieferte Qualität und der letztendliche Teamertrag in logischem Zusammenhang bewertet werden können.

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Eine Entscheidungsmatrix für Text oder Video im Recruiting

Die Phase im Prozess

In einem ersten, eiskalten Schritt ist Text nahezu immer der logischste Ausgangspunkt. Erst nach einer Reaktion oder bei klarem Interesse kann ein kurzes Video helfen, deutlich mehr Kontext zu bieten. Auch nach einem allerersten, orientierenden Gespräch kann eine flotte Aufnahme sehr hilfreich sein, um die Rolle oder die Teamdynamik noch einmal näher und persönlich zu erläutern. Die Faustregel ist einfach: Je weiter jemand sich im Prozess befindet, desto größer ist die Chance, dass der Einsatz von Video im Recruiting auch wirklich zusätzlichen Wert schafft. Der betreffende Kandidat ist in dieser Phase nämlich bereits bereit, bewusst Zeit und Aufmerksamkeit dafür aufzubringen.

Kandidatenwert und der Grad der Knappheit

Für Rollen mit strukturell hohem Volumen bleibt die Skalierbarkeit enorm wichtig, weshalb der Einsatz von Text meist die absolute Selbstverständlichkeit ist. Für extrem schwer auffindbare oder besonders Senior-Kandidaten kann ein maßgeschneidertes persönliches Video jedoch deutlich besser passen, da der Wert pro einzelnem Kontakt hier erheblich höher liegt. Bleiben Sie dabei stets kritisch gegenüber dem realen Verhältnis zwischen investierter Mühe und erwartetem Ertrag. Teams, die sowohl volumenstarke als auch sehr spezialisierte Suchen kombinieren, profitieren oft enorm davon, skalierbare Outreach für Personalvermittlungen als solide Basis einzusetzen. Sie greifen erst dann zur Videokamera, wenn dieser bestimmte, zusätzliche Kontext wirklich erforderlich ist.

Der benötigte Zeitaufwand pro Kontaktform

Text ist im Allgemeinen deutlich schneller von Ihrem Team zu schreiben, zu kontrollieren und zu versenden. Ein Video erfordert logischerweise etwas mehr Vorbereitung, das Erstellen der Aufnahme selbst und manchmal sogar zwei oder drei Versuche, bevor es passt. Das muss an sich kein Problem sein, solange es innerhalb Ihres täglichen Tempos und der Kapazität der Abteilung machbar bleibt. Verschlingt ein bestimmter Ansatz etwas zu viel Zeit, fällt er in den etwas hektischeren Wochen oft als Allererstes weg. Dadurch ist die endgültige Wahl zwischen Text und Video nicht nur eine inhaltliche, sondern ausdrücklich auch eine operative Teamentscheidung.

Der gewünschte nächste Schritt

Möchten Sie einfach schnell abklopfen, ob jemand offen für Kontakt ist? Dann reicht eine gut formulierte Textnachricht meist bereits völlig aus. Möchten Sie jedoch reichhaltigen Zusatzkontext nach einer ersten positiven Reaktion bieten, dann kann ein Video gerade sehr stark und passend sein. Möchten Sie dagegen in deutlich größerem Umfang die tägliche Arbeit und die Unternehmenskultur erklären, dann ist ein allgemeines Stellenvideo oder eine andere kreative Form von Recruiting-Video die logischste Wahl. Die beste Option hängt also stets direkt von dem konkreten Schritt oder der Handlung ab, die Sie vom Empfänger erwarten. Je kleiner und unverbindlicher die gewünschte Aktion, desto häufiger bleibt Text mit Abstand die klügste Route.

Praktische Situationen

Bei einem allerersten, kalten Schritt gegenüber einer relativ breiten Zielgruppe schneidet Text in der Regel am besten ab. Nach einem ersten vorsichtigen Anzeichen von Interesse kann ein persönliches Recruiting-Video jedoch stark helfen, die Sache näher zu erklären und ein vertiefendes Gespräch deutlich leichter in Gang zu bringen. Konzentrieren Sie sich auf die breitere Bewerbung einer offenen Stelle? Dann funktioniert ein allgemeines, gut geschnittenes Video wieder sehr gut, um den Arbeitsinhalt und die einzigartige Unternehmenskultur zu zeigen. Konzentrieren Sie sich speziell auf sehr knappe Kandidaten? Dann ist ein stufenweiser Ansatz, bei dem Sie mit Text beginnen und erst später Video hinzufügen, meist am effektivsten und praktikabelsten. Das bietet mehr als genug Raum für tiefe Personalisierung, ohne dass Sie im Vorfeld direkt enorm viele zusätzliche Stunden ins Filmen investieren müssen.

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Praktische Fragen von Recruitern zu Video-Recruiting

Ist Personalgewinnung mit Video für jeden Profiltyp geeignet? Nein, absolut nicht. Bei Rollen mit großem Zustromvolumen und einem geringeren erwarteten Wert pro einzelnem Kontakt ist Text in der Regel deutlich klüger und effizienter. Bei sehr knappen oder eher Senior-Kandidaten kann der Einsatz von Video durchaus sehr sinnvoll sein, allerdings nur, wenn der gebotene Inhalt wirklich relevant und auf persönliche Weise auf den Zuschauer abgestimmt ist.

Wie lang darf ein persönliches Video eigentlich sein? Halten Sie die Aufnahme immer kurz und prägnant. Der Kandidat muss innerhalb weniger Sekunden verstehen, warum Sie Kontakt aufnehmen und was Sie genau von ihm oder ihr möchten. Sobald sich eine Aufnahme wie eine einseitige, kleine Präsentation anfühlt, steigt die Hemmschwelle, das Video vollständig anzusehen, erheblich.

Wann nutzen Sie nun Text und wann genau ein Video? Nutzen Sie Text als feste Standardlösung bei einer ersten, kalten Ansprache und beim Anschreiben etwas größerer Mengen. Setzen Sie Video dagegen als gezielte Vertiefung nach gezeigtem Interesse ein, für das Bieten entscheidenden zusätzlichen Kontexts, oder bei jenen spezifischen Kandidaten, bei denen etwas zusätzliche persönliche, warme Aufmerksamkeit tatsächlich unmittelbar den Unterschied machen kann und wird.

Was tun Sie in diesen Videos hinsichtlich Privatsphäre und beruflicher Grenzen? Teilen Sie in einer Videoaufnahme niemals sensible, interne Informationen über aktuelle Arbeitgeber, Kunden oder andere Unternehmensangelegenheiten. Halten Sie den Ton stets angemessen und professionell und wählen Sie ganz bewusst einen Kommunikationskanal, der perfekt zur spezifischen Phase passt, in der sich der Kontakt befindet.

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Was Sie morgen schon in Ihrem eigenen Workflow testen können

Wählen Sie eine bestimmte Rolle und eine klar abgegrenzte Gruppe von Kandidaten

Beginnen Sie das Testen immer klein und übersichtlich. Nehmen Sie sich eine konkrete Stelle vor und konzentrieren Sie sich dabei auf eine klar abgegrenzte Gruppe von Kandidaten. Damit verhindern Sie sofort, dass Ihr Test unnötig unklar wird, weil Sie schlicht zu viele Variablen gleichzeitig im Prozess ändern. Schreiben Sie zunächst eine überzeugende, werbende Textnachricht und nehmen Sie danach direkt ein kurzes Video mit exakt derselben Kernbotschaft und demselben Call-to-Action auf. Anschließend vergleichen Sie diese beiden unterschiedlichen Methoden auf völlig faire Weise, wodurch Sie deutlich schneller die Daten sehen, die zeigen, wo für Sie der wirkliche Mehrwert liegt.

Vergleichen Sie den Einsatz von Text mit Video innerhalb exakt desselben Zeitraums

Sprechen Sie beide ausgewählten Testgruppen immer innerhalb derselben Woche an und, soweit die Technik es zulässt, über exakt denselben Hauptkanal. Halten Sie die zentrale Botschaft so gut wie möglich vergleichbar und ändern Sie zwischendurch so wenig wie möglich an Elementen wie dem Timing und dem weiteren Inhalt. Dadurch wird aus den Daten deutlich klarer, ob ein bestimmtes, abweichendes Ergebnis tatsächlich aus der gewählten Form der Nachricht entsteht, oder ob dies möglicherweise von externen Faktoren beeinflusst wird, die überhaupt nichts mit Ihrem neu gewählten Ansatz zu tun haben.

Bewerten Sie Reaktion, Qualität und Zeit strukturell im Zusammenhang

Schauen Sie nach Abschluss der Testphase immer genau auf die Gesamtzahl der Reaktionen, die positiven Reaktionen, die daraus entstandenen Gespräche, die wörtlichen Rückmeldungen der angeschriebenen Kandidaten sowie die Gesamtzeit, die Ihr Team in die Vorbereitung investiert hat. Treffen Sie erst, wenn all diese Daten vorliegen, eine endgültige Entscheidung über den weiteren Einsatz von Text und Video in Ihrem Prozess. Wenn Sie dies direkt auf eine praktische, nüchterne Weise angehen möchten, können Sie es mit einer eigenen Rolle und einem Kandidatensegment ausprobieren als fliegenden Start nehmen, um Ihre Arbeitsweise von dort aus Schritt für Schritt weiter zu schärfen. Auf diese durchdachte Weise treffen Sie garantiert eine gut fundierte Entscheidung, die nahtlos zu Ihrem Team, Ihrer spezifischen Zielgruppe und Ihrer alltäglichen Recruiting-Realität passt.

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