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Was ist ein Recruiting-Prozess? Die 7 Phasen und die Dauer

Erfahren Sie, was ein Recruiting-Prozess ist, welche 7 Phasen dazugehören, wie lange jede Phase dauert und wo genau Verzögerungen häufig entstehen.

Recruiterin erklärt die 7 Phasen eines Recruiting-Prozesses am Whiteboard
Das Wichtigste

Ein erfolgreicher Recruiting-Prozess besteht aus sieben Phasen von der Aufnahme bis zum Onboarding, wobei Geschwindigkeit und Struktur zwischen den Schritten entscheidend sind, um Talent zu halten. Feste Reaktionszeiten und klare Messpunkte verhindern Verzögerungen in den kritischen Phasen von Gewinnung und Auswahl.

7 PhasenDie vollständige Route von der Aufnahme bis zum Onboarding
ZwischenschritteDie Stelle im Prozess, an der meist die größte Verzögerung entsteht
Time to fillGesamtdauer von der offenen Stelle bis zur unterschriebenen Vereinbarung
RoutenkarteHilft Teams zu erkennen, wo wertvolle Zeit verloren geht

Ein Recruiting-Prozess ist der feste Ablauf, mit dem eine Organisation Kandidaten gewinnt, bewertet, auswählt und einstellt. Wer sich fragt, was ein Recruiting-Prozess ist, sucht meist einen praktischen Überblick über alle Schritte, von der Aufnahme bis zum Onboarding. In diesem Artikel erfahren Sie, welche sieben Phasen dazugehören, wie lange jede Phase üblicherweise dauert und wo häufig Verzögerungen entstehen.

  • Ein Recruiting-Prozess beginnt bereits, bevor die Stelle online steht, und endet erst, wenn die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter erfolgreich gestartet ist.
  • Personalgewinnung und Auswahl bilden einen wichtigen Bestandteil, doch Recruiting ist breiter angelegt. Es umfasst nämlich auch die Vorbereitung, das Sourcing, das Angebot und das Onboarding.
  • Die meisten Verzögerungen entstehen oft zwischen dem Sourcing, der Nachverfolgung und dem ersten Gespräch. Sie liegen also gerade zwischen den Schritten.
  • Sie können einen Recruiting-Prozess verbessern, ohne Schritte zu überspringen, indem Sie mit klaren Entscheidungsmomenten, festen Reaktionszeiten und eindeutigen Messpunkten arbeiten.

Was ist ein Recruiting-Prozess und was gehört dazu, was nicht?

Ein Recruiting-Prozess ist die feste Methode, mit der eine Organisation Menschen gewinnt und einstellt. Die Bedeutung von Recruiting ist in einfachen Worten schnell erklärt: Sie bringen Struktur in das Finden, Ansprechen, Bewerten und Einstellen von Kandidaten. Dadurch wird der Auswahlprozess für Recruiter, Hiring Manager und die Kandidaten selbst deutlich klarer.

Wenn sich Menschen fragen, was Recruiting ist, meinen sie oft den gesamten Weg von der Stellenanzeige bis zum tatsächlichen Start. In der Praxis ist Recruiting breiter als nur das Führen von Gesprächen und die Wahl eines Kandidaten. Es umfasst ebenfalls die Vorbereitung, die Bestimmung der Zielgruppe, den Sourcing-Prozess, die Nachverfolgung, die Entscheidungsfindung und das Onboarding innerhalb des Recruitings. Die Phasen der Personalgewinnung und -auswahl bilden also einen wichtigen Mittelteil, decken jedoch nicht den gesamten Prozess ab.

Dieser Unterschied ist entscheidend, denn Verzögerungen treten häufig schon auf, bevor der erste Kandidat überhaupt in Sicht ist. Unklare Anforderungen an die Stelle, zu viele Entscheider oder eine zu breite Suchrichtung sorgen in einer späteren Phase für ein langsames Screening und aufgeschobene Entscheidungen. Ein fester Prozess hilft daher, Probleme frühzeitig zu erkennen und schneller zu lösen.

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Wie sieht ein Recruiting-Prozess in der Praxis aus, von der Stelle bis zum Onboarding?

In der Praxis beginnt der Prozess mit einer simplen Frage: Warum wird diese Rolle benötigt, und wer entscheidet darüber? Danach folgen die Schritte des Recruiting-Prozesses in einer logischen Reihenfolge. Sie schärfen die Rolle, bestimmen die Zielgruppe, suchen nach Kandidaten, sprechen sie an, durchlaufen den Auswahlprozess, machen ein Angebot und sorgen abschließend für einen reibungslosen Start. So ist für alle Beteiligten klar, wer wann am Zug ist und welche Informationen dafür benötigt werden.

Für angehende Recruiter und KMU-Teams kann es helfen, Recruiting als eine Art Wegweiser zu betrachten. Jede Phase hat nämlich ein klares Ziel, einen Verantwortlichen, bestimmte Eingaben und ein gewünschtes Ergebnis. Dadurch sehen Sie auf einen Blick, wo es reibungslos läuft und in welcher Phase wertvolle Zeit verloren geht. Das ist besonders wertvoll, wenn mehrere Kolleginnen und Kollegen an ein und derselben Stelle beteiligt sind.

Der Unterschied zwischen Recruiting und Personalgewinnung und -auswahl

Personalgewinnung und -auswahl konzentrieren sich im Allgemeinen auf das Gewinnen, Ansprechen und Auswählen von Kandidaten. Recruiting geht einen Schritt weiter und umfasst zusätzlich die Vorbereitung, das Sourcing, die Angebotserstellung und das Onboarding. Wenn Sie speziell auf die Phasen der Personalgewinnung und -auswahl schauen, konzentrieren Sie sich also vor allem auf den mittleren Teil des gesamten Ablaufs. Das erklärt direkt, warum ein gutes Interview nicht ausreicht, wenn die Aufnahme oder die Nachverfolgung schlecht strukturiert ist.

Der Unterschied zwischen Time to Fill und der Kandidaten-Durchlaufzeit

Die „Time to Fill" umfasst die gesamte Zeitspanne von der Veröffentlichung einer Stelle bis zu dem Moment, in dem der Kandidat unterschreibt. Die Kandidaten-Durchlaufzeit dreht sich dagegen ausschließlich um die Zeit, die ein einzelner Kandidat im Prozess verbringt. Diesen Unterschied zu verstehen, hilft enorm bei der Analyse Ihres Prozesses. Eine Stelle kann nämlich lange offen bleiben, während Kandidaten, die einmal im Blickfeld sind, zügig weiterkommen. Wer einen Recruiting-Prozess verbessern möchte, tut daher gut daran, diese beiden Kennzahlen getrennt voneinander zu messen.

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Was ist ein Recruiting-Prozess, wenn Sie ihn in sieben Phasen unterteilen?

Die Frage, was ein Recruiting-Prozess ist, beantworten Sie am einfachsten, indem Sie ihn in erkennbare Phasen aufteilen. So sehen Sie pro Schritt genau, was geschehen muss, wer die Endverantwortung trägt und wo sich unnötige Wartezeiten leicht vermeiden lassen. Nachfolgend finden Sie die sieben Phasen, die wir in nahezu jeder Organisation wiederfinden.

Phase 1: Aufnahme und Schärfung der Stelle

In dieser Phase dreht sich alles um Klarheit. Der Recruiter und der Hiring Manager legen gemeinsam fest, warum die Rolle offen ist, welche Aufgaben wirklich essenziell sind und welche Erfahrung erforderlich ist. Zudem legen sie die Gehaltsspanne fest und bestimmen, wer die endgültige Entscheidung trifft. Die Eingaben bestehen aus dem Teambedarf, dem Stelleninhalt, dem Budget und der Planung. Das gewünschte Endergebnis ist eine messerscharfe Stellenausschreibung mit glasklaren Absprachen über Verantwortlichkeiten und gewünschte Durchlaufzeiten. Diese Anfangsphase nimmt meist ein bis drei Werktage in Anspruch. Verzögerungen entstehen hier vor allem durch vage Anforderungen, zu viele unterschiedliche Meinungen und das Fehlen eines klaren Entscheiders. Eine gute Kontrollfrage lautet daher: Kann jede beteiligte Person in nur einem Satz erklären, was einen geeigneten Kandidaten für diese Rolle auszeichnet?

Phase 2: Zielgruppe bestimmen und Sourcing

In diesem Schritt übersetzen Sie die gemachte Aufnahme in eine konkrete Suchrichtung. Ziel ist es, eine realistische Zielgruppe zu erfassen und eine erste Shortlist aufzubauen. Meist übernimmt der Recruiter oder Sourcer hierbei die Verantwortung. Die benötigten Eingaben bestehen aus den aufgestellten Stellenanforderungen, der Region, dem Erfahrungsniveau, der Branche, dem Gehalt und den Orten, an denen sich geeignete Kandidaten vermutlich aufhalten. Das Ergebnis ist eine gezielte Suche, die einerseits breit genug für ausreichende Reichweite und andererseits spezifisch genug für maximale Relevanz ist. Die Erstellung dieser ersten Shortlist erfordert in der Regel ein bis fünf Werktage, auch wenn dies bei sehr seltenen Profilen etwas länger dauern kann. Unnötige Wartezeit entsteht hier vor allem, wenn Suchkriterien sich ständig ändern oder die Zielgruppe zu vage beschrieben ist. Fragen Sie sich daher: Wissen wir genau, auf wen wir abzielen und auf wen nicht? In diesem Rahmen können Sie nachlesen, wie Kandidaten finden über Active Sourcing in der Praxis dabei hilft, deutlich schneller eine nutzbare Shortlist zu erstellen, während der Recruiter die Regie über die inhaltliche Bewertung behält.

Phase 3: Kandidaten ansprechen und die Nachverfolgung

Dies ist der Moment, in dem viele Prozesse unbeabsichtigt ins Stocken geraten. Ziel ist es, die am besten passenden Kandidaten in Bewegung zu bringen und Folgeaktionen konsequent zu verfolgen. Der Recruiter ist normalerweise der Antreiber dieses Schritts. Sie gehen von der Shortlist, dem Kontext aus der Aufnahme, einer überzeugenden Botschaft und einem klaren nächsten Schritt aus. Das gewünschte Ergebnis ist ganz konkret: Reaktionen erhalten, Gespräche einplanen oder rasch Klarheit schaffen, wenn jemand kein Interesse hat. Diese Phase dauert meist drei bis zehn Werktage. Die größten verzögernden Faktoren sind manuelle Schreibarbeit, generische Nachrichten, zu spät versendete Erinnerungen und langsame Terminplanung. Insbesondere die Zeitspanne zwischen dem ersten Sourcing und dem ersten Gespräch kostet oft mehr Zeit, als man im Voraus einschätzt. Es hilft daher enorm, die Nachverfolgung straff zu organisieren und Nachrichten schnell kontrollieren zu können. Auf der Seite über wie dieser Teil des Workflows funktioniert zeigen wir ausführlich, wie der LinkedIn-Teil dabei effektiv unterstützt werden kann, während die Interviews, die inhaltliche Bewertung und die Einstellung tatsächlich Menschenwerk bleiben.

Ein häufiges Praxisbeispiel ist, dass eine hervorragende Shortlist wenig bringt, wenn Kandidaten erst nach mehreren Tagen eine erste Nachricht erhalten oder wenn eine positive Reaktion unbeantwortet bleibt. Das Interesse schwindet dann schnell, wodurch die Terminvereinbarung für ein Gespräch unnötig kompliziert wird. In der Fallstudie von Manpower sehen Sie eine beeindruckende gemessene Rücklaufquote von 43 %. Diese konkrete Zahl ist natürlich an diesen Kontext gebunden, unterstreicht aber, dass eine schnellere Nachverfolgung fast unmittelbar einen positiven Einfluss auf den weiteren Verlauf des Prozesses hat. Eine wertvolle Kontrollfrage lautet daher: Wie viel Zeit vergeht im Durchschnitt zwischen der Shortlist und dem ersten tatsächlichen Gespräch?

Phase 4: Auswahl und das erste Screening

In dieser Phase prüfen Sie die festgelegten Grundvoraussetzungen. Das primäre Ziel ist es, schnell und wirksam zu beurteilen, ob jemand die harten Anforderungen, die gewünschte Verfügbarkeit, die Gehaltsvorstellung und die Motivation erfüllt. Meist übernimmt der Recruiter dieses erste Screening, eventuell in Absprache mit dem Hiring Manager. Die Eingaben für diese Phase umfassen den Lebenslauf, die Reaktion, den ersten Kontaktmoment und die vorab festgelegten Ablehnungskriterien. Das Ergebnis ist idealerweise eine kleinere, qualitativ hochwertige Gruppe von Kandidaten, die bereit für ein vertiefendes Gespräch ist. Dieses Screening dauert in der Regel ein bis vier Werktage. Sobald die gestellten Anforderungen nicht scharf genug sind, mehrere Personen dieselbe Vorarbeit erledigen oder Rückmeldungen auf sich warten lassen, gerät der Prozess ins Stocken. Prüfen Sie das, indem Sie sich fragen: Wissen wir im Voraus genau, an welchen Punkten ein Kandidat direkt weiterkommt oder gerade ausscheidet?

Phase 5: Interviews und die Bewertung

Während der Gespräche gehen Sie tiefer auf den Inhalt, den Team-Fit und gegenseitige Erwartungen ein. Sie möchten schließlich eine faire und gut vergleichbare Entscheidung treffen, basierend auf vorab festgelegten Kriterien. Verantwortlich hierfür sind im Allgemeinen der Recruiter, der Hiring Manager und manchmal sogar einige zukünftige Kolleginnen und Kollegen. Die benötigten Eingaben bestehen aus den Interviewfragen, den Bewertungspunkten und den vorherigen Erkenntnissen aus der Screening-Phase. Das letztendliche Ziel ist eine gut fundierte Wahl unter den am besten passenden Kandidaten. Rechnen Sie für diese Phase mit etwa ein bis zwei Wochen, hauptsächlich abhängig von Terminkalendern und der Zeit, die für die interne Rückkopplung benötigt wird. Wartezeit lässt sich hier vermeiden, indem Sie Gespräche nicht isoliert voneinander einplanen und Feedback direkt teilen, statt tagelang damit zu warten. Die wichtigste Kontrollfrage hier lautet: Bewerten alle Gesprächspartner die Kandidaten tatsächlich nach denselben Kriterien?

Phase 6: Das Angebot und die Entscheidungsfindung

Diese Phase lebt idealerweise von Geschwindigkeit und Klarheit. Der Recruiter, der Hiring Manager und häufig auch die Personalabteilung stimmen untereinander ab, wer der bevorzugte Kandidat ist und unter welchen Bedingungen das Angebot präsentiert wird. Sie stützen sich dabei auf die vorherigen Bewertungen, die geltenden Arbeitsbedingungen, das Budget und die interne Genehmigung. Das Endergebnis ist entweder ein ganz konkretes Angebot oder eine respektvolle und klare Absage. Planen Sie für diesen Schritt zwei bis sieben Werktage ein. Kommt es hier zu Verzögerungen, liegt das oft an einer langsamen internen Abstimmung, unklaren Genehmigungsprozessen oder einer zu späten Kontaktaufnahme nach dem letzten Interview. Eine logische Kontrollfrage lautet: Weiß jeder genau, wer die endgültige Entscheidung trifft und innerhalb welcher Frist das geschieht?

Phase 7: Onboarding und ein erfolgreicher Start

Der Recruiting-Prozess endet natürlich nicht mit der Unterschrift. In der abschließenden Phase sorgen Sie nämlich dafür, dass die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter gut vorbereitet startet und zügig mitwirken kann. Dabei sind HR, die Führungskraft und manchmal auch IT oder Operations maßgeblich beteiligt. Die Eingaben bestehen aus den festgelegten Vertragsdaten, dem vereinbarten Startdatum, den benötigten Arbeitsmitteln, der Planung und dem Einführungsprogramm. Ziel ist eine nahtlose und positive Übergabe vom Recruiting zur eigentlichen Arbeitsstelle. Diese Phase erfordert oft nur wenige Tage praktischer Vorbereitung, während das tatsächliche Startdatum aufgrund einer Kündigungsfrist etwas weiter in der Zukunft liegen kann. Fehlende Angaben, eine zu späte Übergabe oder ein vages Einführungsprogramm führen zu vermeidbarer Reibung. Fragen Sie sich also: Weiß unsere neue Kollegin oder unser neuer Kollege bereits deutlich vor dem ersten Tag, was genau sie oder ihn erwartet?

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So funktioniert es
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Wie lange dauert ein Recruiting-Prozess pro Phase, und wo hakt es häufig?

Wer sich fragt, wie lange ein Recruiting-Prozess dauert, ist mit realistischen Zeitangaben pro einzelner Phase am besten bedient. Die Gesamtdauer hängt nämlich stark von Faktoren wie der Knappheit auf dem Arbeitsmarkt, der Reaktionsgeschwindigkeit, der Anzahl der beteiligten Kolleginnen und Kollegen und dem Freiraum in den jeweiligen Kalendern ab. Ein einzelner, allgemeiner Durchschnitt ist dadurch deutlich weniger wertvoll als ein detaillierter Überblick pro Schritt.

  • Phase 1, Aufnahme und Schärfung der Stelle: in der Regel 1 bis 3 Werktage.
  • Phase 2, Zielgruppe bestimmen und Sourcing: meist 1 bis 5 Werktage bis zur ersten Shortlist.
  • Phase 3, Kandidaten ansprechen und nachverfolgen: meist 3 bis 10 Werktage.
  • Phase 4, Auswahl und Screening: in der Regel 1 bis 4 Werktage.
  • Phase 5, Interviews und Bewertung: üblicherweise 1 bis 2 Wochen.
  • Phase 6, das Angebot und die Entscheidungsfindung: meist 2 bis 7 Werktage.
  • Phase 7, Onboarding und Vorbereitung auf den Start: oft einige Tage Vorbereitung, während das tatsächliche Startdatum logischerweise später liegen kann.

Die meisten Verzögerungen zeigen sich nicht während, sondern gerade zwischen den einzelnen Schritten. Das lässt sich beispielsweise beobachten bei zu breiten Suchanfragen, langsamer manueller Schreibarbeit bei der Ansprache, träger Nachverfolgung eingehender Reaktionen und Interviews, die unnötig weit in die Zukunft verlegt werden. Insbesondere die Strecke zwischen dem Sourcing-Prozess und dem allerersten Kennenlerngespräch erweist sich als äußerst anfällig für Verzögerungen, weil hier in kurzer Zeit mehrere kleine Handlungen aufeinanderfolgen. In Organisationen mit komplexer interner Abstimmung spielt das noch stärker eine Rolle. Bei Recruiting-Prozessen mit mehreren Stakeholdern ist es daher essenziell, die verantwortlichen Rollen, maximale Reaktionszeiten und konkrete Übergabemomente vorab gut miteinander abzustimmen.

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Was braucht es, um einen Recruiting-Prozess zu verbessern, ohne Schritte zu überspringen?

Einen Recruiting-Prozess zu optimieren bedeutet keineswegs, dass Sie wahllos Bestandteile streichen müssen. Es bedeutet wohl, dass Sie kritisch prüfen, welche investierte Zeit tatsächlich Mehrwert schafft und welche Zeit lediglich aus Warten, Unklarheit oder Doppelarbeit entsteht. Die Verbesserung Ihres Recruiting-Prozesses ist daher vor allem eine Frage der intelligenteren Organisation.

Arbeiten Sie mit klaren Entscheidungsmomenten

Sprechen Sie klar miteinander ab, wer nach der Aufnahme, nach dem Screening und nach den Gesprächen die Entscheidungen trifft. Legen Sie zudem vorab fest, welche Informationen notwendig sind, um diese Entscheidung treffen zu können. So vermeiden Sie zusätzliche, zeitraubende Abstimmungsrunden, die aus Zweifel oder dem ständigen Nachfragen fehlender Rückmeldungen entstehen.

Vereinbaren Sie feste Reaktionszeiten

Eine einzige, einfache Absprache macht oft schon einen spürbaren Unterschied. Denken Sie dabei an die Rückmeldung zu eingegangenen Lebensläufen innerhalb von zwei Werktagen und das Geben von Feedback nach Interviews innerhalb von höchstens einem Werktag. Dadurch halten Sie die Kandidaten-Durchlaufzeit kurz, und der Prozess bleibt für den Kandidaten angenehm und transparent.

Messen mit einfachen Datumsfeldern

Sie brauchen überhaupt kein kompliziertes Dashboard, um mögliche Engpässe zu erkennen. Erfassen Sie einfach pro Stelle und pro Kandidat eine Handvoll Daten, wie zum Beispiel: die abgeschlossene Aufnahme, die erste Shortlist, die erste versendete Nachricht, die erste Reaktion, das allererste Interview, das letzte Gespräch, das Angebot und die endgültige Zusage. Auf dieser Grundlage sehen Sie auf einen Blick, ob sich die Verzögerung vor allem im Sourcing, in der Nachverfolgung, im Screening oder in der Entscheidungsfindung häuft. Diese Daten machen es zudem deutlich einfacher, Ihre „Time to Fill" und die Kandidaten-Durchlaufzeit sauber auseinanderzuhalten.

Reduzieren Sie Übergaben zwischen Teams

Jede interne Übergabe erhöht das Risiko von Verzögerungen und dem Verlust wichtigen Kontexts. Weisen Sie daher pro Phase eine völlig eindeutige, feste verantwortliche Person zu. Diese Person überwacht proaktiv den Fortschritt, treibt rechtzeitig das benötigte Feedback an und sorgt dafür, dass Kandidaten nicht unbeabsichtigt zwischen zwei Teams hängen bleiben.

Halten Sie die Bewertung menschlich und automatisieren Sie Wiederholungsarbeit, wo möglich

Das Führen von Interviews, die inhaltliche Bewertung und die endgültige Einstellung bleiben zu jeder Zeit menschliche Entscheidungen. Sich wiederholende Handarbeit beim Finden, Ansprechen und Nachverfolgen von Kandidaten können Sie hingegen deutlich intelligenter gestalten. Gerade in diesen Schritten geht nämlich die meiste Zeit verloren. Möchten Sie das auf niedrigschwellige Weise testen? Dann können Sie dies mit einer Stelle oder Zielgruppe ausprobieren, wobei Sie jede Nachricht stets zuerst selbst kontrollieren, bevor sie tatsächlich versendet wird.

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Häufig gestellte Fragen zum Recruiting

Was ist Recruiting in einfachen Worten?

Recruiting umfasst den vollständigen Prozess, mit dem Sie einen passenden Kandidaten suchen, finden und letztendlich einstellen. Er beginnt schlicht bei der Frage, warum Sie überhaupt jemanden benötigen, und läuft vollständig weiter bis zu dem Moment, in dem diese Person erfolgreich ihre neue Funktion antritt.

Was bedeutet Recruiting für ein KMU?

Für ein kleines oder mittleres Unternehmen bedeutet Recruiting im Kern, dass Sie dringend benötigte Struktur in die Personalgewinnung bringen. Sie legen konkret fest, wer die Entscheidungen trifft, in welchem Bereich Sie suchen, nach welchen Kriterien Sie Kandidaten bewerten und wann die Rückmeldung erfolgt. Dadurch wird der Zustrom neuer Talente deutlich unabhängiger von einzelnen, spontanen Aktionen oder dem Tagesgeschäft.

Wie lange dauert ein Recruiting-Prozess im Durchschnitt?

Das hängt stark von der konkreten Stelle, der angestrebten Zielgruppe und der Organisation selbst ab. Ein relativ einfacher Prozess mit schneller Entscheidungsfindung kann bereits innerhalb weniger Wochen vollständig abgeschlossen sein. Suchen Sie jedoch ein seltenes Profil, und sind mehrere Gesprächspartner beteiligt? Dann nimmt der Prozess logischerweise mehr Zeit in Anspruch. Deshalb ist es in der Praxis sinnvoller, die aufgewendete Zeit pro einzelner Phase zu analysieren, statt an einer einzigen, absoluten Gesamtdurchlaufzeit festzuhalten.

Welche Phasen gehören zur Personalgewinnung und -auswahl?

Personalgewinnung und -auswahl bestehen traditionell aus der Bestimmung der Zielgruppe, der aktiven Suche, der Ansprache, dem Screening, dem Interview und der letztendlichen Auswahl eines Kandidaten. Betrachten Sie dies jedoch aus der breiteren Perspektive eines vollständigen Recruiting-Prozesses, gehören auch die Aufnahme, das tatsächliche Angebot und das Onboarding untrennbar dazu.

Wie können Sie einen Recruiting-Prozess optimieren?

Beginnen Sie stets damit, die Stellen sichtbar zu machen, an denen wertvolle Zeit verloren geht. Schaffen Sie anschließend klare Entscheidungsmomente, vereinbaren Sie feste Reaktionszeiten, planen Sie Vorstellungsgespräche schneller in den Kalender ein und minimieren Sie die Anzahl der Übergaben. Indem Sie an diesen Stellschrauben drehen, beschleunigen Sie den Prozess erheblich, ohne dabei an Sorgfalt einzubüßen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Sourcing-Prozess und dem Auswahlprozess?

Innerhalb des Sourcing-Prozesses liegt der vollständige Fokus auf der Identifizierung potenzieller Kandidaten und der Abgrenzung der richtigen Suchrichtung. Der Auswahlprozess startet erst in dem Moment, in dem Sie die gefundenen Kandidaten inhaltlich auf harte Anforderungen, intrinsische Motivation und die generelle Eignung für die Position prüfen.

Wann beginnt das Onboarding innerhalb des Recruitings genau?

Das Onboarding beginnt exakt in dem Moment, in dem der ausgewählte Kandidat Ihr Angebot offiziell annimmt. Ab diesem Moment verschiebt sich der Fokus unmittelbar auf den Vertrag, die benötigten Arbeitsmittel, eine straffe Planung und selbstverständlich einen gelungenen Start während der ersten Arbeitsphase.

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Praktischer Überblick über die 7 Phasen und die zugehörigen Zeitspannen

Ein vollständiger Recruiting-Prozess verläuft von der Aufnahme bis zum Onboarding in sieben sehr erkennbaren Schritten. Zunächst schärfen Sie die Rolle und die Stellenausschreibung. Danach bestimmen Sie sorgfältig die Zielgruppe und die richtige Suchrichtung. Anschließend suchen Sie aktiv, sprechen Kandidaten an und gewährleisten eine straffe Nachverfolgung. Danach folgt die erste Auswahlrunde und das Screening, gefolgt von vertiefenden Interviews und der endgültigen Bewertung. Schließlich schließen Sie die wohlüberlegte Wahl und das Angebot ab. Den Abschluss bildet das Onboarding, mit dem Sie sicherstellen, dass Ihre neue Kollegin oder Ihr neuer Kollege optimal vorbereitet startet. Auch wenn die Dauer pro Phase variiert, können Sie als Faustregel von ein bis drei Werktagen für die Aufnahme ausgehen, ein bis fünf Werktagen für den ersten Sourcing-Schritt, drei bis zehn Werktagen für die Ansprache und Nachverfolgung, ein bis vier Werktagen für das Screening, ein bis zwei Wochen für die Interviewphase, zwei bis sieben Werktagen für das Angebot und noch einmal einigen Tagen praktischer Vorbereitung für das Onboarding.

Indem Sie diesen Überblick neben Ihren eigenen Recruiting-Prozess legen, sehen Sie im Handumdrehen, wo Sie konkrete Verbesserungen erzielen können. Für viele Recruiting-Teams liegt der größte Gewinn in einer schärferen Aufnahme, einem definierten Sourcing-Prozess, einer deutlich schnelleren Nachverfolgung und einer verkürzten Wartezeit zwischen dem ersten Kontakt und dem allerersten Gespräch. Steuern Sie darauf hin, machen Sie den gesamten Prozess nicht nur um ein Vielfaches vorhersehbarer für Ihr eigenes Team, sondern auch deutlich angenehmer für den Kandidaten.

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